App oder mobile Website?
30.01.2012 14:01 von Werner Kaelin
Apple verdient gut mit Apps für iPhone und das iPad. Viele Organisationen setzen auf die kleinen Programme, selbst wenn sie damit nur den Teil ihrer Zielgruppe erreichen, die Apple-Produkte verwenden. Macht das überhaupt Sinn und wie erreicht man alle anderen?
Im Interview mit dem Tages-Anzeiger vergleicht der Technologie-Experte Joachim Graf Apps mit dem Commodore 64. Geschlossene Systeme wie Apples App Store seien zwar kurzfristig erfolgreich, hätten aber auf lange Sicht keine Chance. Etwa 70 Prozent aller Handynutzer besitzen kein iPhone. Warum also eine Konzentration auf eine Anwendung, die nur 30 Prozent nutzen? Laut Graf sind die App-Geschäftsmodelle überschaubar, die finanziell funktionieren. Meist handle es sich um Spiele.
Nebst dieser technologischen Frage noch wichtiger: Braucht es überhaupt Apps? Sinn und Unsinn hier zu hinterfragen, artet meist in einem philosophischen Disput aus. Bei einigen Anwendungen reicht es bereits, dass Menschen über sie lachen oder sich über sie ärgern können. Bei anderen stehen wirtschaftlicher Nutzen und Informationsgehalt im Zentrum. In diesem Spannungsfeld tummelt sich einiges vom Partnersuchdienst bis zum Diätcoach. Tipp: Wer sich der App-Welt annähern will, findet zum Beispiel in der SonntagsZeitung das „App der Woche“.
Eine Organisation sollte sich vor der Einführung einer App zwei Fragen stellen: Wozu brauche ich sie und welche Technologie verwende ich? Die klassische App eignet sich zum Beispiel für grössere Promotionen – Beispiel Swisscom Fan-Glocke. Für Information und Image kleinerer Anbieter eigenen sich Websites für mobile Endgeräte. Das sind Mini-Homepages, die für Smartphones designt sind. Sie bilden zwar oft die Inhalte der normalen Desktopversion ab, sind aber strukturell auf die Nutzung für unterwegs ausgerichtet. Der Vorteil: Sie funktionieren auf jedem mobilen Endgerät im Browser, es braucht also dadurch nur eine Programmierung. Die Voraussetzung: Das Gerät muss mit dem Internet verbunden sein, die Ladezeiten können deshalb je nach Verbindung unterschiedlich sein.
Wichtig: Entscheidet sich eine Organisation für die Investition in eine mobile Anwendung, sollte sie diese mit Profis umsetzen. Die Anfangsinvestition zum Beispiel für eine Gemeinde kann sich laut Fachleuten zwischen 6‘500 und 9'500 Franken bewegen. Rechnet man alle Kosten, also für Konzept, Redaktion, Design, Programmierung und Kommunikation ein, kommt wohl eher ein Betrag zwischen 20‘000 und 30‘000 Franken zusammen.
Tipp
aus dem Projektportfolio von panta rhei pr:
http://www.pantarhei.ch/de/medienmitteilungen/items/Kompakte_Vielfalt.html
Das Glarner-App:
http://www.guidle.com/mobile/emulator/ipad/index.jsf?url=http%3A%2F%2Fm.glarnerland.ch



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